Die Misson “neues Bett” – Part II (oder: wie ich noch irres Glück hatte)

Ich hatte schon davon berichtet, die Sache mit dem neuen Bett ist gar nicht so einfach. Donnerstag war es auch soweit, ich hatte die Postkarte in der Hand, mittags ging es los. Im Großen und Ganzen verlief das alles recht einfach und nach kurzer Zeit hatte ich tatsächlich mein Bett! [Auch wenn es an der Kasse ein kleines Drama wegen 4 Euro gab.] Enge gut, alles gut? Nun, für mich. Für etliche andere wohl nicht, zumindest noch nicht.

Es fing damit an das man bereits Dienstag besagtes Bett auf der Homepage zwar noch suchen & finden konnte, aber nicht mehr auswählen. Fehlerhafter Link! Mittwoch ging es weiter, “unsere” Niederlassung verschwand aus der Liste um nachzuprüfen ob die Ware [was auch immer] da ist. Auch heute noch. Außerdem ist es seit dem Tag nicht mehr möglich, dass Bett überhaupt zu suchen. Es ist raus, aus dem Onlinekatalog.
Gestern war dann schon auf der Startseite zu stehen: Hemnes Bett nicht mehr verfügbar. Und heute dann für alle die den Family Newsletter abonniert haben auch noch eine Mail mit der Überschrift “Um HEMNES Willen!” IKEA entschuldigte sich, selbst ihre größten Optimisten aus der Schlafzimmerabteilung hätten nicht mit einem derartigen Ansturm auf das Bett gerechnet. Ausverkauft. Total. Nichts mehr zu machen. Aber: Man kann immerhin bis einschl. 19.02. [solange geht die Aktion ja auch ursprünglich] mit seiner Family-Karte sich ein Bett für den Family-Preis reservieren lassen, was ich sehr gut und fair finde. So guckt niemand in die Röhre. Immerhin was, wo schon so dermaßen falsch kalkuliert wurde.

Ich für meinen Teil bin einfach nur endlos erleichtert und glücklich dass meines schon hier steht. Zwar noch im Karton, aber hier! Jetzt muss ich nur darauf warten dass sich jemand auf meine ebay Kleinanzeige für das alte Bett meldet und dann kann es auch hier stehen. (: Denen, die sich jetzt noch mit IKEA rumschlagen müssen wünsche ich starke Nerven, aber auch den armen Mitarbeitern die im Laden stehen und nichts dafür können. Die werden sich einiges anhören dürfen.

Die Mission “neues Bett”

*es erklingt dramatisch-düstere Musik*
Der Auftrag scheint so leicht zu sein. Ein neues Bett kaufen. Du amüsierst dich noch, dass hier würde ein Kinderspiel werden! Nichts scheint einem gelingen im Wege zu stehen, es würde schnell vonstattengehen. Aber eines hast du nicht bedacht. *die Musik wird bedrohlich-geheimnisvoll* Eigentlich hättest du es besser wissen müssen. Jeder kennt es. Jeder fürchtet es. Der Feind eines jeden Menschen. Du hast sie unterschätz. Und schon schlagen sie doppelt zurück: Die öffentlichen Verkehrsmittel.
*die Musik verstummt mit einem bedeutungsvollem dröhnen*

Wie ihr vielleicht aus meinem dramatisch-Film-mäßig-angehauchten Text [nicht den Schuss Humor übersehen!] raus lesen konntet, wollte ich ein neues Bett kaufen. Und irgendwie ging das nicht so glatt vonstatten wie gedacht, woran unter anderem die öffentlichen Verkehrsmittel dran Schuld haben, ein gewisses Möbelhaus bzw. eine bestimmt Niederlassung weil die offensichtlich nicht kalkulieren können und auch wir. Ein bisschen. ;) Wir besteht übrigens aus einem Teil Moud und einem Teil Schwester, Miss Reeena. Aber von Anfang an: Mein altes Bett gibt so langsam den Geist auf. Sieht zwar noch scheinbar gut aus, ist aber kaputt. Und da mein Traumbett [klick da] momentan auf 199 Euro runter gesetzt ist [natürlich nur als Family Mitglied, aber natürlich besitze ich dieses Stück Plastik] schreit das geradezu nach einem Wort: zuschlagen! Gesagt, getan. Heute geht die Aktion los, der Plan war simpel. Mit dem Bus wollten wir hinfahren um gemütlich schlendern zu können und um noch dieses und jenes mitzunehmen. Hätten wir dann absehen können wann wir in etwa durch sein würden mit allem, hätten wir unseren Vater angerufen, der wäre mit einem entsprechendem Transportfahrzeug gekommen. Ganz einfache Sache!
Oder? Auf der Seite von den ÖF [=öffentlichen Verkehrsmitteln, man darf möchte ja keine Namen nennen!] also die Route geplant: Einmal umsteigen, sechs Minuten Zeit dazu, das sollte selbst bei einer großen Kreuzung mit über die Straße gehen bequem reichen! Tja, eigentlich. Wären die ÖF so zuverlässig wie sie immer anpreisen und sogar mal waren. Unser “Trip” hatte schon einen schlechten Start, der erste Bus hatte fast 10 Minuten Verspätung. [Merke, zu dieser Zeit fährt der Bus sowieso alle 10 Minuten!] Und als es dann ans umsteigen ging sahen wir von dem Bus nur noch eines: die Rücklichter. Im ersten Moment fand ich das nicht sooo schlimm, wie lange konnte es schon bis zum nächsten dauern? 10 Minuten? 20? Ach, wie gutgläubig ich doch war! Der Fahrplan brachte eine schnelle Ernüchterung, der nächste Bus würde erst in einer Stunde kommen. Da standen wir also, mitten im Industriegebiet und haben gefroren. Aber, aber! Von der Haltestelle fuhr ja nicht nur unser gesuchter Bus, sondern noch einer, sogar gleiche Richtung! Nur eben nicht bis zum gewünschten Ziel. Aber auch der würde erst in gut 40 Minuten kommen. Das Warten zog sich bei dem Wind ewig, zumal wir keine echte Möglichkeit hatten uns ins Warme zu flüchten. Alles wohin man hätte gehen können, lag ein gutes Stück von der Haltestelle weg. Und das Risiko, dann die Zeit falsch abzuschätzen und den Bus wieder zu verpassen wollten wir dann doch nicht eingehen. Nach gefühlten 5 Stunden kam also unsere scheinbar Rettung, der andere Bus. Um ganz sicher zu gehen den Fahrer gefragt, er drückte sich aus wie (sinngemäß): “Also, ich fahr genau bis zur Tarifgrenze, da müsst ihr dann raus.” Klang für uns so, als wäre da Endhaltestelle, konnte also gar nicht schief gehen!
Weit gefehlt.

Nur zwei oder drei Haltestellen später nämlich rauschte der Bus an einer vorbei, wir erblickten den Namen eben jener und blickten uns an. Jede musste wohl im Gesicht der anderen das gesehen haben, was sie selbst widerspiegelte: Fassungslosigkeit und Verwirrung. Hätten der Bus hier nicht halten müssen? Hätte hier nicht Endstation sein müssen? Und vorallem: Hätten wir hier nicht rausgemusst? Meine Schwester also wieder vor zum Fahrer und dezent nachgefragt. “Aber ja”, entgegnet er, “ich dachte ihr wusstet das!” Fassungslos erwiderte sie: “Nein, sonst hätte ich wohl kaum gefragt!” Wir warfen uns ein lächeln zu, das eine Mischung aus Belustigung und Verzweiflung war. Die echte Endhaltestelle, nur eine weiter als wir dachten, liegt in einem kleinen Dörfchen außerhalb der Stadt dass den hübschen Namen Frankenheim hat. Und genauso wie es klingt, so sieht es auch aus. Der letzte Fahrgast stieg aus, eine Frau. Sie lächelte mir aufmunternd zu [sie kam nicht umhin von unserem Dilemma zu erfahren als meine Schwester davon berichtete - der Busfahrer hat sich köstlich amüsiert!] und meinte noch: “Der Bus fährt nur eine Schleife, dann geht es schon wieder zurück.” Aussteigen und zurück laufen ging nicht, keine Fußwege. Die sogenannte Schleife besteht aus einem quer durchs Dörfchen fahren wo es dann irgendwo eine Wendemöglichkeit gibt. Eigentlich hätte der Busfahrer an der Endhaltestelle ein bisschen stehen müssen. Aber dann hätten wir unseren Bus schon wieder verpasst, weil beide zeitgleich kommen würden und die Haltestellen auch nicht direkt gegenüber sind. Er hatte wohl Mitleid mit uns, da ist er sogar extra gleich durchgefahren. Das war wirklich sehr nett von ihm, hat es uns doch ermöglicht unseren Bus zu bekommen. Und Tatsache! Wir waren vor dem Bus da! Haha! Die Laune stieg wieder, wir machten schon Witze über unsere kleine Rundreise. Die Sonne lachte uns an. Als der Bus dann tatsächlich kam, konnte ich es mir nicht verkneifen ganz überschwänglich zu rufen: “Wie schön dich von vorne zu sehen!” So kamen wir mit einer Stunde Verspätung an, aber immerhin hatten wir es ja geschafft!
Hatten wir? Nein. Wir waren da, natürlich. Aber da war ja noch diese Sache mit dem Bett…
Also gleich als erstes zu einem dieser kleinen Stände gestürmt und unser Anliegen vorgebracht. Die Mitarbeiterin machte keinen besonders motivierten Eindruck, mag aber auch daran liegen dass schon seit Wochen um- und ausgebaut wird, was zu einigem Baustellenlärm führt.
Wir hatten extra nachgeschaut, ob es wirklich da war. Die Internetseite verkündete mit einem fröhlich-grünen Balken sehr wahrscheinlich verfügbar. Aber offensichtlich muss bei IKEA dieser Begriff seeeeehr dehnbar sein! Randnotiz: Wir waren gerade mal eine Stunde nach Ladenöffnung da! Und die Antwort der Mitarbeiterin: “Neee, das haben wir nicht da, das ist ausverkauft.” Die Stimmung sank auf -30°C. In meinem Kopf brüllte es auf: Wie bitte? Ausverkauft? Nach einer Stunde? Nichts mehr da? Halloooo?
Es ist wirklich nicht zu fassen, dass an einem Montagmorgen, gerade mal eine Stunde nach Ladenöffnung einfach nichts mehr da ist! Wie viel hatten die denn da? Zehn?! Ich kochte und erdolchte die Mitarbeiterin vor mir mit giftigen Blicken. Meine Schwester hat da zum Glück den kühleren Kopf und nach ein bisschen hin und her hatte ich einen Reservierungsschein in der Hand. Damit könnte ich theoretisch ab morgen zur Warenausgabe, dann könnte ich es vielleicht bekommen. Aber besser die Karte abwarten die ich bekomme sobald mein Bett da ist. Sicher ist sicher, Sie verstehen?

Am Ende sind wir dann nur kurz durch die Austellung + Markthalle, im Moment ist es für IKEA Verhältnisse verdammt wenig und macht bei dem wirren gebastel für Wege keinen Spaß. Am Ende habe ich mir nur noch Bettwäsche gekauft und auch gleich den Nachttisch [definitiv überteuert, aber naja] wo wir schon mal da waren. Und mit irgendwas muss man ja anfangen!

In ein paar Tagen werde ich darüber lachen, nur nicht unbedingt heute.

Und die Moral von der Geschicht: Sie haben recht, die Leute. Es führen tatsächlich alle Wege nach Rom! :mrgreen: